Island-Tour Weblog

20 Millionen Jahre jung

17.März.2008 · 3 Kommentare

feuer-eis.jpgGeologisch gesehen ist Island noch sehr jung. Seine Entstehung liegt nur etwa 20 Millionen Jahre zurück. Wärend dieser Urzeit der Insel wurden gewaltige Mengen basaltischen Magmas gefördert, die heute die 5 bis 10 km mächtigen Plateaubasalte im Nordwesten, Norden und Osten Islands ausmachen. Vor 5 Millionen Jahren lebte der Vulkanismus dann mit dem Aufbau bis zu 500 m mächtiger Basaltdecken in fast gleicher Heftigkeit auf. Die Zeit davor war in erster Linie von tektonischen Bewegungen erfüllt. Verwerfungen und Brüche bildeten die Grundlage für die Anlage von Tälern und späteren Fjorden bzw. der meisten Buchten. Das alles ist lange her. Doch der Vulkanismus kennt keine Zeit. Es wurden immer wieder während der 1100 Jahre alten Geschichte des Landes von Ausbrüchen und Aschewürfen berichtet. 1178 berichtet der Mönch und Kaplan Herbert von Clairvaux in seinem Buch >Liber miraculorom< (Wunderbuch) von einem untermeerischen Ausbruch. 1211 entdeckte Sörli Kolsson die Feuerinseln Eldeyjar. In diesem Jahr sollen ältere Vulkaninseln in sich zusammengesunken und andere aufgebaut worden sein. Wir kommen langsam in die Gegenwart. 1973, 23. Januar: Nur 200-300 m von den Wohnhäusern auf der Insel Heimaey, riss die Erde auf. Anfangs schossen auf einer Länge von 300-400 m Lavafontänen in den nächtlichen Himmel. Drei Stunden später war die Spalte bis zu einer Länge von 1500 m aufgerissen und die Lava schoss bis 150 m in die Höhe. Die Existenz von 5000 Menschen war bedroht. Teile der Ortschaft verschwand unter einer 5-10 m dicken Ascheschicht. 50-100 Häuser fielen dem Bombardement glühender Lavabrocken zum Opfer. November 1996: Unter dem mächtigsten Gletscher Islands, dem 600 m dicken Eis des Vatnajökull, kam es durch den Grimsvötn- Vulkan zum Abschmelzen des Eises. Über einer 4 km langen und 2 km breiten Spalte schmolz die Eruption das darüberliegende Gletschereis. Pro Sekunde(!!!) werden 5000 m³ Eis abgeschmolzen. Das Wasser floss zum Grimsvötn ab und bildete unter dem Eis einen 3 Milliarden m³ großen See. 700 Millionen m³ Asche werden ausgeworfen. Mittwoch, der 5. November, 10 Uhr. Der Gletscherlauf bricht aus. 6000 m³/sek Wasser, Asche und Geröll rasen über das Vorland des Gletschers zur Küste. Um 13 Uhr beträgt die Abflussmenge 25 000 m³/sek. Donnerstag, der 6. November 1996, 9 Uhr. Der Gletscherlauf erreicht seinen Höhepunkt mit 45 000 m³/sek. (Die Wasserführung des Rheins in der Höhe von Emmerich etwa 2500 m³/sek.) Das Naturschauspiel dauerte 52 Stunden, verursachte an der Ringstrasse und deren Brücken einen Sachschaden von rund 15 Mill. US $. Zwischen dem 18. und 28. Dezember 1998 gab es im Gebiet der Grimsvötn weitere Ausbrüche. Die 10 km hohe Eruptionswolke war noch im 200 km entfernten Reykjavik zu sehen. Wir hoffen, in einer vulkanisch inaktiven Zeit auf Island, der Insel aus Feuer und Eis, zu sein. (J.)

Kategorien: Eis · Gletscher · Lava

3 Antworten bis hierher ↓

  • Chris // 17.März.2008 um 11:42 | Antworten

    Ich muss euch enttäuschen, aktuell besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch. Das ganze würde sich allerdings im Hochland im Bereich des Askja abspielen.

  • island2008 // 17.März.2008 um 11:42 | Antworten

    Ach…so ein kleiner Vulkan könnte schon ausbrechen. Nun nicht unbedingt wenn wir daneben stehen :-)
    Aber ein fließendes Lavafeld wollte ich schon einmal fotografieren. :-)

  • macjoe // 17.März.2008 um 5:09 | Antworten

    Nichts gegen eine Wärmequelle, bei den Temperaturen auf Island. Also Christian, programmiere Dein GPS Gerät, es geht nach Askia!!

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